Die Seite für leidensgenossen

 
 
   





            To T or not to T


            Böse kleine Golfgeschichten


           

            Jetzt endlich die 2., erweiterte Auflage

            (Verlag Bod, 116 Seiten, 9,80 €

             ISBN 978 3 8391 7031 1)


            www.Hier gibt´s mehr über den Autor und das Buch




          





Leseproben

(vollständiges Inhaltsverzeichnis siehe unten)



Loch 1: Hintern mit Aussicht


Es gibt Fragen des Anstands, da wäre auch der gute Freiherr Knigge ratlos gewesen. Der mit den Benimmregeln, Freiherr Adolph Franz Friedrich Ludwig Knigge (korrekterweise übrigens ohne „von“ vorm Knigge). Lassen wir mal beiseite, ob Frauen auf den Golfplatz gehören, sie sind nun einmal da. Und eine hat sich mir gerade angeschlossen: «Sind Sie allein? Wollen wir zusammen gehen? Der nächste Flight ist schon voll. Ich bin die Petra.»


Nein-Sagen geht wohl nicht, warum auch? Mein Kumpel Klaus, mit dem ich verabredet war, hat noch einen Notfall zu verarzten und wird so schnell doch nicht kommen. Und sie ist nett und sieht gar nicht übel aus. Aber hier beginnt das Problem. Mein eigener Abschlag liegt ganz gut, wir schlendern zusammen vor zum roten Tee. Petra spricht den Ball an. Sie geht in Positur. Und ich weiß nicht mehr, wo ich hingucken soll. Stelle ich mich vor sie, während sie sich über den Ball beugt, schaue ich ihr tief ins Top. Ich könnte nun die Topographie sanft gerundeter Hügel studieren. Das macht ein Gentleman aber nicht.


Hinter sie kann ich mich auch nicht stellen. Denn Petra geht lehrbuchmäßig in die Knie, ihr wirklich ansehnlicher Po streckt sich mir irritierend entgegen, und an ihrem Rücken – warum müssen die heute auch so am Stoff sparen – blitzt der Rand eines rosa Strings. (...)






Loch 8: Tante Martha


«Wo musse hin, Junge? Nach´n Gollef? Kaufse ´n neuet Auto?“ Seit zwanzig Minuten versuche ich, Tante Martha mit Anstand aus der Leitung zu werfen.  Wir telefonieren ja nicht so oft, aber wenn, dann hat sie immer viel Familientratsch zu erzählen. Wobei sie den Begriff „Familie“ durchaus weit zu fassen versteht: „Du weiß schon, die Tochter von der ersten Frau von der Tante Soffie ihr´n Sohn...“


Ich habe keine Ahnung, vom wem sie spricht, dafür bin ich wohl schon zu lange aus der Heimat im westlichen Münsterland fort. „Du, ich muss jetzt aber los“, habe ich versucht, das Gespräch zu beenden. Ich sei verabredet. Zum Golf. Das war dann für Tante Martha neu. Aber als ich erkläre, dass ich mit meinem Auto ganz zufrieden bin und eigentlich zum Sport wolle, hat sie verstanden: „Hab ich schon mal im Fernsehen gesehen. Dat is doch, wo die dat weiße Bälleken so weit schlagen, wie sie können, un dann mit son Stöcksken innet Loch schubsen. Seit wann spielst du denn Gollef?“


Ich erzähle es ihr – „seit Jahren schon“ –, wobei ich ganz automatisch in den westfälischen Dialekt zurückfalle, mit all den „dat“ und „wat“, die da eben Standard sind. Solange ich mit der Verwandtschaft rede, merke ich das gar nicht. Nur die Eigenart, manche Konsonanten, die auf ein „l“ folgen, durch einen Überbrückungsvokal anzubinden, habe ich mir glücklicherweise abgewöhnt. Ich sage: „Der Molch im Mulch trinkt Milch“ statt münster-ländisch: „Der Mollech innen Mullech trinkt Millich.“ Da wird der Fahrradhelm  auch zum „Hellem“ und der Senf zum „Sennef“.    (...)






Loch 13: Frauen. Schenkt. Hosen.


Immer, wenn sich das Frühjahr dem Sommer zuneigt, wird es schlimm. Blaues Geschlängel, das sich durch struppigen Bewuchs windet. Nein, damit sind nicht die buschbestandenen Gräben und Bäche gemeint, die uns Golfspieler herausfordern. Und, eingestanden, auch mal fluchen lassen, wenn sie wieder mal einen Ball verschlucken. Oder zwei.


Nein, viel schlimmer ist das blauadrige Gekringel auf nackten, haarigen Männerbeinen.


Dieses ästhetische Verbrechen, mit unter dem Knie abgeschnittenen Hosen über die Fairways zu ziehen, breitet sich seit ein paar Jahren schneller aus als die Schweinegrippe. Wobei man sich gegen das Virus impfen lassen kann. Aber gegen derart gräuliche Attacken auf die Sehnerven wie Dreiviertelhosen an Männerbeinen gibt es keinen Schutz. (...)





Das ganze Inhaltsverzeichnis, Loch für Loch